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My way to the olympics

Simon Grotelüschen ist 2005 Junioren-Europameister und seit dem dreifacher Deutscher Juniorenmeister und zweifacher Deutscher Vizemeister im Laser gewesen. Simon war 7 Jahre lang konstant im Bundeskader des Deutschen Segler Verbandes (DSV). Das zeigt seine konstanten Leistungen und unterstreicht seinen hohen Leistungswillen.

Seglerisch und athletisch ist Simon voll ausgebildet und lebt seit 2006 am DSV Kaderstützpunkt in Kiel. Simon bereitet sich in der Saison 2010 auf den Gewinn einer Medaille bei der EM oder WM vor. Im Jahr 2011 will Simon die Olympiaqualifikation für London 2012 erreichen.

1995 hat Simon in der Jugendabteilung des LYC segeln gelernt. So ist es jetzt nur zielführend, dass der Lübecker Yacht Club gemeinsam mit Simon dessen Olympiakampagne startet.

Der Lübecker Yacht Club hat mit Simon Grotelüschen einen Sportfördervertrag für 3 Jahre abgeschlossen. Durch seine herausragenden Leistungen bekommt Simon darüber hinaus Förderung vom Deutschen Segler Verband (DSV), Schleswig-Holsteinischen Seglerverband (SVSH) und dem Heinz-Nixdorf Verein (HNV). Über den Heinz-Nixdorf Verein wird er von den Sponsoren Marinepool, Gerd Eiermann Bootsbau unterstützt.

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Olympische Spiele. Das Super-Event für jeden Sportler. Dabei sein ist alles!? So einfach ist das wiederum nicht. Jeder Teilnehmer bereitet sich so viele Jahre auf diesen Wettkampf vor. Es ist letztlich ein Wettkampf wie jeder andere, bei dem zunächst einmal die Leistung stimmen soll. Und zwar möglichst zu 100%.
Genau das hatte ich mir vorgenommen, als ich mich Mitte Juli auf den Weg nach England machte.  Alles geben um die Bestleistung zu erreichen. Ich wusste, dass ich mit Bestleistung eine Topplatzierung erreiche. Wenn alles passt eine Medaille.
Mit diesem Vorhaben startete ich in die Regatta - wie es meinem Segelstil entspricht - konservativ eingestellt. Etwas zu konservativ wie sich nach der ersten Wettfahrt herausstellte. Mit viel zu passivem Verhalten war mir der erste Start missglückt. Nach der ersten Tonne lag ich nur an Position 36. Mit Mühe und Not und Dank eines erstklassigen Vorwindspeeds konnte ich mich noch auf Platz 14 nach vorne arbeiten. In der zweiten Wettfahrt machte ich es zwar besser, doch auf dem letzten Vorwind hatte ich Pech. Der Wind nahm auf der entgegengesetzten Seite stark zu und ich musste 6 Boote passieren lassen.
Am zweiten Tag wollte ich mich unbedingt steigern. Auf dem Inner-Harbour-Kurs zwischen Portland und Weymouth startete ich solide ins dritte Rennen und lag nach 1 ½ Runden auf Platz 6. Dass ich mich bei der 2. Luvtonnen-Annäherung verschätzte, einen 720°-Strafdreher einhandelte und zu allem Überfluss auch noch kenterte, als ich gerade wieder Kurs zur nächsten Tonne aufnehmen wollte, war absolut unnötig und frustrierend zugleich.
Vollkommen leer und ausgepumpt kam ich als 19. ins Ziel. Damit war mir der Start in die olympische Regatta gründlich missglückt. Dass ich danach trotzdem die Kurve bekam, würde ich fast als größten persönlichen Erfolg der Regatta werten. Genau auf solche Momente bereitete ich mich immer wieder im Mentaltraining vor. In diesem Fall war ich sehr froh darüber, in der Lage zu sein, meine Emotionen zu kontrollieren und zu steuern, wenn es darauf ankommt.
Ich riss mich also zusammen, ließ die verpatzten Rennen hinter mir und konzentrierte mich nur auf das folgende zweite Tagesrennen. Es gelang. Den 3. Platz nach der Startkreuz verteidigte ich konsequent bis zum Ziel. Damit war für mich der Knoten geplatzt.
Nach soliden Plätzen 7 und 8 am folgenden Tag, sah ich mich in der Lage, mich weiter zu steigern und die vorderen Plätze anzugreifen.
Doch leider stellte sich zunehmend heraus, dass ich in dieser Woche nicht über einen gewohnten Speedvorteil auf der Kreuz verfügte und damit größere Probleme als sonst mit den Starts hatte. So auch im 9. Rennen auf dem Nothe-Kurs. Vor der Burg von Weymouth und etwa 5.000 -10.000 Zuschauern musste ich wieder zurückstecken und kam nur als 19. ins Ziel. Trotzdem riss ich mich auch dieses Mal wieder zusammen und ersegelte im folgenden Rennen nach starker Aufholjagd den 4. Platz.
Damit war ich im Zwischenklassement immerhin auf den 6. Platz vorgerückt. Auch wenn ich aufgrund des Abstandes zu den Seglern auf den ersten drei Plätzen auf deren Fehler hoffen musste, ging ich mit Zuversicht in die letzten Rennen vor dem Medal Race. Doch gleich in beiden Rennen missglückten mir die Starts. Weil ich zusätzlich noch Seitenpech auf der Startkreuz hatte, belegte ich jeweils nach der Luvtonne nur die Plätze 24 und 28. Nach großer Energieleistung arbeitete ich mich zwar noch auf die Plätze 13 und 10 nach vorne, doch der Wettkampf um die Medaillen war für mich damit endgültig vorbei.
Mit Platz 7 ging ich ins abschließende Medal Race. Auch wenn mir der Sprung auf Platz 6 enorm wichtig war, wollte ich das letzte olympische Rennen vor allem genießen. Vor solch einer Zuschauermenge (mehrere zehntausend) segelt man schließlich nicht jeden Tag.
Für mich war dieses Rennen unfassbar spannend und schön zugleich. Nachdem ich mich nach ca. einer Runde an die Spitzenposition gesetzt hatte, gab ich die Führung nicht mehr ab. Vor 17 Jahren belegte ich in der ersten Wettfahrt meines Lebens in dem Holzopti meines Patenonkels den letzten und nun im olympischen Medal Race den ersten Platz.
Das bedeutete Platz 6 als Endresultat.
Dass es nicht zu einer Medaille gereicht hat, ist schade aber nicht entscheidend. Die bittere Wahrheit der Olympischen Spiele ist nun einmal, dass es – aus sportlicher Perspektive - am Ende nur drei Gewinner gibt. Bei 49 Booten, die an den Start gehen, ist das verdammt wenig. Das Ergebnis will ich nicht nur auf „Medaille“ oder „nicht-Medaille“ reduzieren. Denn ein 6. olympischer Platz ist immer eine Top-Platzierung. Insofern bin ich, wenn auch nicht uneingeschränkt zufrieden mit der eigenen seglerischen Leistung, glücklich mit dem Endresultat.
Platz 6 bei den Olympischen Spielen, zudem der wundervolle Sieg im Medal Race: Vielmehr geht kaum!

Unglaublich froh bin ich darüber, Teil der Olympischen Spiele gewesen zu sein. Es ist ein großes Privileg nach vielen Jahren harter Arbeit an einem solchen Event teilzunehmen. Als Glücksfall erwies es sich für mich, dass ich nach dem eigenen Wettkampf in Weymouth noch einige Tage Zeit hatte, nach London umzog und damit die Atmosphäre im Olympischen Dorf erleben konnte. Absolutes Highlight waren für mich die Wettkämpfe der Leichtathletik im Olympiastadion, extrem spannend aber auch das Halb- und Finale im Hockey sowie Fußball im Wembley-Stadion.
Die Teilnahme an den Spielen hat aber auch meinen Blickwinkel darauf verändert. Von der Größe des Dorfes, der Stadien und der Show macht man sich einfach keine Vorstellung. Früher habe ich die perfekte Inszenierung der sportlichen Wettkämpfe gebannt am Fernseher verfolgt. Die überdimensionale Größe dieser Show ist mir erst jetzt wirklich bewusst geworden. Inzwischen bin ich der Meinung, dass in diesem Fall weniger mehr wäre; dass es gut wäre, das Ausmaß der Wettkämpfe zu reduzieren.
Nach einer kolossalen Abschlussfeier im Olympiastadion und einer partyreichen Rückfahrt auf der MS Deutschland, wurden wir in Hamburg herzlichst empfangen. Viel schöner hätte die Reise nicht enden können.


Bis bald!
Euer Simon Grotelüschen

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6. Platz Olympische Spiele London 2012 für Simon Grotelüschen

Jeder Teilnehmer bereitet sich so viele Jahre auf diesen Wettkampf vor. Es ist letztlich ein Wettkampf wie jeder andere, bei dem zunächst einmal die Leistung stimmen soll. Und zwar möglichst zu 100%.

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Gold beim Weltcup vor Palma de Mallorca

 

In der letzten Saison habe alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte: 1. Platz bei der Kieler Woche, 4. Platz bei der WM in Perth und die Quali für die Olympischen Spiele. In jeder Regatta bin ich mindestens ins Medal race gekommen. Außer bei einer Regatta: Der Princess-Sofia-Regatta vor Palma. Dies sollte sich dieses Jahr ändern.

Eigentlich gehörten die schwachwindigen Bedingungen während der Regatta nicht gerade zu meinen Vorlieben. Wenn es etwas gibt, was ich nicht mag, dann sind es wenig Wind und hohe Welle. Doch scheinbar habe ich den Dreh heraus. Mit den Plätzen 7, 7, 2 und 3 startete ich richtig gut in die Regatta. Taktisch hatte ich in der Seitenwahl immer richtig gelegen und mit guten Starts und ordentlichem Bootsspeed die Rennen sicher nach Hause gefahren.

Schwierig wurde es für mich am 3. Tag: Zwar hatte ich wiederum keine Probleme am Start und kam gut in die Rennen, doch vor allem auf der Startkreuz der 2. Tageswettfahrt, erwischte ich die vollkommen benachteiligte Seite. Genau an solchen Tagen gewinnt oder verliert man Regatten. Nachdem ich an der Luvtonne keine 10 Boote mehr hinter mir hatte, startete ich die Aufholjagd. Schon auf dem ersten Vorwind kassierte ich bestimmt 10-15 Boote. Auf der 2. Kreuz holte ich weiter auf und lag kurz vor der Luvmarke wieder in den top 10. Ohne weitere größeres Risiko einzugehen, segelt ich diesen Platz sicher nach Hause.

Zwar verlor ich die zwischenzeitliche Führung im Gesamtklassement und fiel auf Rang 5 zurück, dennoch hatte ich als einziges Boot alle 6 Wettfahrten der Vorrunde in den top10 beendet. Dies sollte sich noch auszahlen.

Gleich in der ersten Wettfahrt des Goldfleets segelte ich dann nämlich meinen „Streicher“. Eine mittelmäßige erste Kreuz und zwei Strafkringel wegen Pumpens auf dem folgenden Halbwind ließen kein gutes Ergebnis zu. Nun war ich jedoch unter Zugzwang. In zwei ganz engen Rennen schob ich mich in den folgenden Wettfahrten mit den Plätzen 7 und 6 dennoch wieder in den Kreis der Medaillenanwärter.

Im 10. und letzten Rennen gelang mir dann ein fulminantes Rennen. Nach einem gelungen Start etwa 50 Meter entfernt vom leewärtigen Startschiff konnte ich kurz nach dem Start wenden und vor dem Feld Richtung rechter Kreuzseite crossen. Nach einigen hundert Metern nahm ich dort den ersten Rechtsdreher des Windes. Plötzlich hatte ich das gesamte Feld unter Kontrolle. Nachdem ich die Luvtonne mit sicherem Vorsprung rundete, baute ich den Vorsprung auf dem Vorwind weiter aus und lag nahezu uneinholbar vor dem Feld. Bis zum Ziel gab ich die Führung nicht mehr her und setzte mich vor dem Medal race mit 7 Punkten Vorsprung an den Spitze des Gesamtklassements.

Am Tag des Medal races nahm dann endlich der Wind zu. Etwa 15-17kn und eine hohe Welle boten perfekte Bedingungen. Mit der bereits sicheren Silbermedaille (nur noch Olympiasieger Paul Goodison aus England konnte mich überholen) startete ich ohne Risiko ins Medal race. Nach gutem Bootsspeed und viel Einsatz hatte ich Goodison bereits nach einem Drittel der Startkreuz unter Kontrolle. Bis zur Luvtonne ließ ich ihn nicht mehr aus meinen Abwinden entkommen. Auf dem ersten Vorwind konnte ich den Vorsprung ihm gegenüber leicht ausbauen und segelte schließlich den Vorsprung auf der zweiten Runde sicher nach Hause.

Damit gelang mir nach den Siegen bei der Kieler Woche und der Französischen Meisterschaft bereits der 3. Sieg in den letzten 5 Regatten. Vor allem aber gibt mir der Erfolg weiteres Selbstbewusstsein auf dem Weg zu den Olympischen Spielen.

 

Euer Simon Grotelüschen

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Gold beim Weltcup vor Palma de Mallorca

der WM in Perth und die Quali für die Olympischen Spiele. In jeder Regatta bin ich mindestens ins Medal race gekommen. Außer bei einer Regatta: Der Princess-Sofia-Regatta vor Palma. Dies sollte sich dieses Jahr ändern.

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